Als ich im Frühjahr 2007 eine 3er Umlenkrolle anbringen wollte, um die Fallen ins Cockpit zu führen, bohrte ich dazu drei Löcher im Deck im 45 Grad Winkel zum Luk.
Was mir dann als Bohrstaub hätte entgegen kommen müssen, war jedoch recht nasses Balsaholz. Nun, nach einiger Recherche im Internet hatte ich mich dazu entschlossen das Deck an der entsprechenden Stelle zu sanieren.
Es gibt hierbei zwei Möglichkeiten: Das Deck von innen aufmachen oder von außen. Wenn man es von außen aufmacht, muss man danach das komplette Deck sanieren (Primer und Epoxylack). Auch wenn die zweite Methode als aufwändiger erscheint und in der Regel die erste angewendet wird, hatte ich mich für die zweite Variante entschieden. Nur so konnte ich feststellen, wo genau das Wasser eindrang und die entsprechende Stelle dicht bekommen.
Mittels Klopfen auf dem GFK versuchte ich festzustellen, wo vielleicht noch Wasser im Sandwich sein könnte. Dabei stellte ich auf der gegenüberliegenden Seite des Luk die gleiche Resonanz fest (losgelöstes GFK). Zusätzlich machte ich noch ein paar Probebohrungen mit einem 6 mm Bohrer von innen. Die Befürchtung auf der Steuerbordseite des Luks auf ebenso viel Feuchtigkeit zu treffen, erwies sich als falscher Alarm. Hier hatte sich lediglich das GFK vom Balsakern aufgrund schlechter Laminierung gelöst (zuviel Harz, zu wenig Matte).
Das Deck öffnete ich an den beiden Stellen mit einer Flex und Trennscheibe. Dabei achtete ich darauf, das innere GFK nicht zu beschädigen. Auf der Backbordseite fand ich durchnässtes Balsaholz auf einer Fläche von 20 x 30 cm. Dies konnte ich leicht entfernen. Dann ließ ich das offene Boot zwei Wochen trocknen.
Um die Schnittstelle schleifte ich in einem Bereich von etwa 5 cm das Gelcoat bis auf das GFK ab, um später wieder eine gute, überlappende Verbindung des alten GFK mit dem neuen herzustellen.
Parallel suchte ich das benötigte Material im Internet zusammen. Als neues Kernmaterial verwendete ich Airex C70.75 mit einer Dichte von 80 kg/m3. Bei Timeout bekam ich eine halbe Platte, die mir vollkommen genügte.
Zuerst bettete ich die zugeschnittene Airexplatte in eine Lage mit 160 g Faser Epoxyharz. Das ganze ließ ich dann erst einmal über Nacht trocknen.
Am nächsten Tag laminierte ich mehrere Lagen aus 400 g Biaxialgewebe mit Epoxyharz. Zuerst soviel, um die Höhe zu haben (Knicke führen zu Lufteinschlüssen) und dann mehrere Bänder mit 170 g Gewebe überlappend zum alten GFK. Das ganze bedeckte ich mit Abreißgewebe damit das überschüssige Harz entfernt wurde. Mit einer aufgeschnittenen Plastiktüte deckte ich die Baustelle z.T. ab und beschwerte das Ganze mit Pflastersteinen damit das Gewebe kompakt im Harz lag. Am nächsten Tag konnte das Abreißgewebe entfernt werden und mit weiteren zwei bis drei Lagen GFK überlaminiert werden.
Nach dem Trocknen (ca. 24 Stunden) konnte ich das Epoxy mit 80er Schmirgel anschleifen – Stellen, die über der Bauhöhe waren, schleifte ich herunter. Dann wurden die größeren Dellen mit Polyesterfaserspachtel gefüllt. Nach dem Trocknen das erste Mal herunterschleifen, um eine glatte Fläche zu erreichen. Noch verbliebene Unebenheiten wurden noch einmal mit Polyesterfaserspachtel gefüllt.
Nach dem Trocknen konnte jetzt mit Feinspachtel gearbeitet werden. Hierzu verwendete ich Epoxy-Feinspachtel. Das Spachteln größerer Flächen mit Feinspachtel ist nicht ganz einfach. Hier muss man mehrmals spachteln und schleifen um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Mit der Zeit verringerte ich dabei die Körnung des Schleifpapiers von 80er zu 120er und 240er.
Im Bereich um das Luk schleifte ich den Riffelbelag bzw. das Gelcoat bis auf das Topcoat ab.
Übrige, glatte Stellen schleifte ich mit 240er Schmirgel an. Da ich das Deck von oben aufgemacht hatte, musste es komplett neu lackiert werden. Der Riffelbelag, der als Antirutsch dient, war also hinfällig. Deshalb schleifte ich diesen praktisch komplett herunter und spachtelte mit Faserspachtel. Die Flächen glättete ich dann mit Epoxyspachtel.
Bezügl. Deckslack entschied ich mich für 2-komponentige Produkte der Firma Epiform. Der 2-K-Lack und der 2-K-Primer sind für den Überwasser- und Unterwasserbereich geeignet.