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Lackierung und Antirutsch



Oben: Fertig mit schleifen.
Mitte: Grundierung erster Anstrich mit 2-Komponenten-Epoxyprimer
Unten: Der fertige Antirutsch-Belag

Nachdem die im Deck durchnässten Stellen saniert waren, musste alles noch geschliffen und gespachelt werden. Das ist wohl die zeitaufwändigste Arbeit. Immer wieder spachteln - schleifen - spachteln. Zum Schluss benützte ich Schleifpapier der Körnung 120 und 180.

Mit dem Epoxydspachtel hatte ich noch besonderes Pech: Einmal erwischte ich überalteres Material (International Watertide). Dieses härtete nicht aus. Bemerkbar machte sich dann dies erst beim Schleifen. Das bedeutete Spachtelmasse mühsam entfernen und noch einmal mit gutem Material spachteln.

Die Lackierung des Decks erfolgte mit Produkten der Firma Epiform. Sowohl für die Grundierung als auch für den Deckslack verwendete ich 2-Komponenten-Produkte. Die Aplikation erfolgte mit der Rolle. Zuerst versuchte ich mich mit Webvelour-Rollen des Farblieferanten. Doch musste ich feststellen, dass diese am Ende fusselte, insbesondere wenn man quer zu einer Ecke rollte.

Deshalb besorgte ich mir noch Schaumrollen von besserer Qualität. Bei diesen musste ich allerdings feststellen, dass diese, auch wenn sie speziell für lösungsmittelhaltige Lacke ausgewiesen sind, nach längerem Gebrauch (10 qm) Auflösungserscheinungen zeigten. Ansonsten war das Ergebnis mit den Schaumrollen sehr gut. Man muss sie eben rechtzeitig wechseln.

Für den Decklack verwendete ich RAL9010 - reinweiß. Ingesamt brachte ich fünf Schichten auf. Probleme bereiteten insbesondere die Niederschläge und die Temperaturen im Juni. Wenn es zu warm ist (> 20 Grad) zieht der Lack zu schnell an; der Anstrich ist dann kaum manipulierbar.

 

Pech beim Lackieren

Da ich keine Halle zur Verfügung hatte, sondern das Boot hinterm Haus im freien sanierte, bereitete mir das Wetter öfter Sorgen. Beim dritten Anstrich begann es mitten drin zu regnen. 2-K-Lack reagiert hier besonders empfindlich. Es zeigten sich zahllose kleine Krater - für jeden Regentropfen einer. Also ließ ich diesen Anstrich erst einmal trocknen (sechs Tage), um diesen dann anzuschleifen. Der vierte und fünfte Anstrich gelang dann sehr gut.

Für die Produkte der Firma epiform entschied ich mich aufgrund meiner schlechten Erfahrungen mit dem Spachtel (watertide), wegen schlechter Erfahrung meines Nachbarn (der sein Boot lackierte, als ich beim laminieren war) mit International-Lack und wegen anderer Negativ-Erfahrungen mit International-Produkten, die ich in verschiedenen Foren fand.

Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob ich noch einmal epiform Produkte verwenden würde. Nicht wegen der Qualität, die ist sehr gut. Sondern wegen der kurzfristigen Verfügbarkeit. epiform beliefert, Stand Juni 2007, ausschließlich direkt. Für mich bedeutete dies, dass ich das Material jedes Mal bestellen musste. Das ist mit Wartezeit und Versandkosten verbunden.

 

Antirutschbelag

Im Original war das Deck an den entsprechenden Stellen mit einer Riffelstruktur als Antirutsch versehen. Nun musste ich mir etwas neues einfallen lassen. Es gibt zahlreiche, unterschiedliche Lösungen: TBS-Belag - ein spezieller Kunststoffbelag, fertige Antirutschlacke, oder die Variante Vogelsand. Im Palstek hatte ich von einem relativ neuen Material gelesen. Es handelt sich dabei um eine Art Topcoat dessen Verlaufseigenschaften gegen Null gehen. Hergestellt wird dieser Antirutsch-Belag von Voss-Chemie (Yachtcare). Es handelt sich dabei um eine zähe, graue Masse, der etwas Härter zugegeben wird. Dann wird diese mit einem breiten Pinsel einigermaßen gleichmässig verteilt. Bevor nun die Masse anzieht, geht man mit einer Rolle darüber. Abhängig von der Rolle wird die Struktur schwächer oder stärker. Zuerst probierte ich es mit einer Webvelourrolle. Die Struktur ist zwar gut, doch man sieht dann in welche Richtung man rollte. Später kaufte ich noch eine Strukturrolle. Diese war in der Art eines groben Schwammes. Die Struktur ist jetzt zwar etwas arg rauh, doch lieber schleife ich das später etwas an wenn es sich als zu unbequem herausstellen sollte.

Problematisch sind bei diesem Material zwei Dinge: Es zieht (wenn man nur etwas zuviel Härter hinzu gibt) sehr schnell an. 40 Minuten bis zum Aushärten sind auf dem Gebinde angegeben. D.h. man sollte sich jeweils nur kleine Flächen (bis 2 qm) auf einmal vornehmen.

Der zweite Punkt betrifft das Klebeband: Man muss das Klebeband sofort wieder abziehen. Das Material löst sonst den Kleber des Klebebands an und sorgt für unschöne Flecken auf dem Lack, die nur schwer zu entfernen sind.

Auch jetzt nach einem Jahr bin ich mit der Entscheidung für dieses Material mehr als zufrieden. Es hat einen guten Grip und ist aber auch nicht unangenehm zu begehen.