
05.03.2010 Nachdem sechs Monate vergangen sind, seit dem ich das Boot gekauft habe, geht es endlich los.
Die vergangenen Monate waren teilweise ziemlich quälend. Einerseits hatte ich ja auch noch genügend anderes zu tun (unter anderem Umzug) andererseits wusste ich ja, dass mir noch einiges an Arbeit bevor steht.
Für einen Bekannten, der auch eine First 235 am Bodensee hat, hatte ich im Winter den Bugkorb bei der Arbeit umbauen lassen. Meiner kam erst heute runter. Zuerst zu den Gründen, warum die vergangenen Monate so tatenlos vergingen: Ich hatte eine Halle in Bohlingen angeboten bekommen. Der Eigentümer der Halle meinte dass es kein Problem wäre, wenn ich im Winter am Wochenende am Boot arbeite. Die Realität sah dann anders aus. Der Eigentümer der Halle war am Wochenende nie dort und so stand ich mehrmals vor verschlossenen Türen.
Jetzt tat sich dann doch noch eine andere Gelegenheit auf: Ein Bekannter hat eine Halle in Gottmadingen. Das ist zwar ca. 30 km von Bodman entfernt, aber dort kann ich auch am Wochenende arbeiten und bekomme einen Schlüssel, wenn Sonntags niemand arbeitet. So haben wir Mitte März das Boot von einer Halle in die andere gebracht.
Heute ging es dann das erste Mal richtig los. Es ist schon teilweise schwierig, wenn man ganz alleine am Boot bastelt. Besonders schwierig war das herunterholen des Mastes. Mit Hilfe einer Umlenkung an der Decke und der Großschot ging es dann. Jetzt konnte endlich der Bugkorb demontiert werden. Auch ich möchte diesen auf vier Beine umrüsten, da das mittlere, vordere Bein einfach einer Rollanlage im Weg ist. Dazu habe ich mir aus 6 mm Pappelsperrholz zuerst eine Schablone gesägt. Für den nächsten Schritt, dem Anzeichnen und Bohren der Löcher, benötige ich Hilfe, um die Sperrholzplatte links und rechts nieder zu drücken.
Dann stand noch etwas Analyse an: In der Achterkajüte ist so einiges an Elektrik und anderem Zeug, das ich erst einmal einordnen muss. Vom Erstbesitzer war noch ein Leichtmetallrohr von einer Heizung. Die Vorbesitzer hatten die Heizung raus geworfen da sie wohl einen unangenehmen Gestank verbreitete (Petroleum). Das Rohr habe ich jetzt auch raus gemacht. Jetzt ist achtern noch ein Loch mit einer Edelstahlbuchse (Abgas oder Abluft), dass ich dann schließen muss.
Unter dem Navigationstisch entdeckte ich ein Batterieladegerät von Victron Energy. Auf der Homepage des Herstellers findet man noch Anleitungen. Das scheint ein ganz gutes, leistungsfähiges Gerät zu sein. Die Rechnung, die ich habe, ist von 2006, also recht aktuell. Laut Anleitung auf der Homepage ist dieses für eine Batteriekapazität bis 200 Ah ausgelegt. Es können alle drei Batteriearten geladen werden: Blei-Säure, Gel und AGM. Die Einstellung erfolgt einmalig innen im Gerät. Es soll einen optischen und akustischen Batterie Alarm enthalten, der bei extrem niedriger Batteriespannung ausschlägt.
Das Unterwasserschiff werde ich auch bearbeiten. Das alte Antifouling (Micron von International) kommt runter. Dazu habe ich jetzt von Owatrol eine Abbeize bestellt. Die Holzteile an Deck werden geschliffen und mit Aquadeck von Owatrol behandelt. Bei der Analyse habe ich festgestellt, dass die Fallenumlenkrollen hinüber sind. Da brauche ich zwei neue 3er-Rollen. Die von Barton und von Pfeiffer sind allerdings größer. Mal sehen ob man das passend bekommt. Morgen geht es weiter.
06.04.2010 Auch heute ließ ich es etwas gemütlicher angehen - schließlich habe ich Urlaub.
Die meiste Zeit verbrachte ich mit dem Entfernen der Aufkleber und Schriftzüge. Da die nicht mehr toll aussahen, habe ich sie vor dem polieren entfernt. Mit einen Fön ging das ganz gut. Im Boote-Forum wurde WD40 als gutes Mittel zum Entfernen der Klebereste genannt. Doch trotz Bestätigung des möglichen Einsatzzwecks auf der Dose, kann ich das nicht bestätigen.
Dann schleifte ich noch etwas die Holzteile (Handlauf etc.). Die bekommen dann eine Behandlung mit Aquadeck von Owatrol - mal sehen wie das wird. Es gibt ja ein großes Für-und-Wider was das Streichen von Teakholzteilen betrifft. Manche nehmen Öl (z.B. D1 / D2 von Owatrol). Doch muss man dies dann jedes Jahr wiederholen.
Den Bugkorb habe ich abmontiert und er wurde gleich auf vier Füsse umgebaut. Eigentlich hätte ich das auch bei der Arbeit machen lassen können. Doch mein Bekannter, bei dem ich das Boot untergestellt habe, ist Edelstahlschweißer mit eigenem Betrieb und wollte sich das nicht nehmen lassen. Die beiden neuen Löcher für die zwei neuen Füsse sind auch gebohrt.
An der Backbordseite habe ich noch eine kleine Gelcoat-Reparatur vorgenommen. Ebenso am Heck, wo vier Bohrlöcher ein unschönes Bild boten. Mit dem Gelcoat-Reparaturset von Yachtcare geht das ganz gut. Alles vor dem Polieren. Morgen werde ich die Folie entfernen und schleifen.
Den Bugkorb muss ich morgen noch zum elektropolieren bringen. Dann geht es morgen auch los mit den Mitteln von Metasco - ich werde berichten.
07.04.2010 Heute gibt es keine Bilder. Am Vormittag habe ich erst einmal den Bugkorb zum Elektropolieren gebracht. 70 Euro plus Märchensteuer kostet der Spass. Aber dann sieht er wenigstens gut aus. Am Freitag kann ich den Bugkorb abholen.
Die Holzteile habe ich komplett fertig geschliffen. Die Sendung von Owatrol ist leider noch nicht da. Dafür ist heute die Poliermaschine gekommen. Ich habe mich für die Einhell Maschine entschieden, die in der Zeitschrift "Segeln" Testsieger war. Einem Forumsteilnehmer im Segeln-Forum war sie zu schwer. Morgen werde ich gleich mal testen.
Dann habe ich heute die Arbeit mit dem System von Metasco begonnen. Im Boote-Forum sind sehr viele User recht begeistert von dem System. Der erste Schritt war das entfetten des Rumpfes mit mit Metax FT. Gleichzeitigt reinigt das Mittel etwas (entfernen von Öl, Ruß, Fett). Der zweite Schritt war die Anwendung von Oxalsäuredihydrat. Dies ist eine kristaline Oxalsäure zum Entfernen von Flugrost, Algen und Verfärbungen von Holz. Ich habe es zweimal angewendet. Morgen erfolgt dann die eigentliche, leicht abrasive Reinigung mit Metax BS1. Zum Schluss wird dann als Versiegelung Certanol aufgetragen.
Die Gelcoat-Reparaturstellen von gestern konnte ich heute schleifen. Eine weitere kleine Stelle habe ich heute noch versorgt. Die Arbeit geht nicht aus.

08.04.2010 Schritt 3 und Schritt 4 des Metasco Systems standen heute auf dem Programm. Metax BS1 ist ein abrasiver Reiniger. Trotz Maschine ist es eine anstrengende Tätigkeit. Am Rumpf hatte ich mir von der abrasiven Reinigung mehr erwartet. Am Spiegel war das Ergebnis noch mit am Besten. Für beide Rumpfseiten und den Spiegel benötigte ich etwa fünf Stunden. Dann konnte mit Certanol die Konservierung erfolgen. Es gibt zwar auch ein Nano-Produkt bei Metasco, doch habe ich mich bewusst für das konventionelle Mittel entschieden.
Irgendwie ist mir die Nano-Technik noch zu unheimlich. Was z.B. tut man, wenn nach vier Jahren der Schutz teilweise weg ist? Da Nano-Produkte nicht entfernt werden können, hat man ein Problem.
Das obere Bild ist vor dem Reinigen und Polieren. Das untere Bild zeigt das Ergebnis. Jetzt ist als nächstes das Deck dran. Hier ist die Auskreidung am stärksten. Allerdings kann man auf dem Deck aufgrund der vielen Ecken und Kanten kaum mit der Maschine arbeiten. Da ist Handarbeit angesagt.
Die Sendung von Owatrol ist auch angekommen. Etwas ärgerlich die Verpackung. Jede Menge Müll darin zum ausfüllen. Wenn die Versender alte Zeitungen nehmen, ist das ja o.k. Aber wenn Plastikmüll (Gewürzverpackung) gemischt mit Papier verwendet wird und ich hier den Müllmann für den Verkäufer spielen muss, ist es mehr als ärgerlich.
09.04.2010 Den Bugkorb konnte ich heute abholen. Sieht tatsächlich aus wie neu. Von der vorderen, mittleren Strebe habe ich ein kurzes Stück stehen gelassen. Dies kann ich weiterhin nützen, um die Positionslampe zu befestigen (war schon davor dort befestigt).
Ansonsten war heute das Deck dran. Hier sind die Spuren der Zeit am deutlichsten sichtbar. Das Gelcoat ist richtig ausgekreidet (matt). Vom Glanz vergangener Tage ist nicht mehr viel zu sehen. Mit Metaxa BS1 versuche ich es aufzufrischen. Allerdings bräuchte man hier wohl ein Mittel, mit einer stärkeren abrasiven Wirkung.
Es gibt, auf Nachfrage, zum BS1 von Metaxa einen Verstärker. Leider habe ich das zu spät erfahren.
Die Holzteile habe ich mit Aquadeck von Owatrol gestrichen. So wie es jetzt ist, gefällt es mir ganz gut. Ich bin nur einmal gespannt, wie lange die Farbe sich in dem Zustand hält.
Gerade beim Reinigen fallen noch so einige kleine Löcher und Macken im Gelcoat auf, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Da werde ich noch einmal mit dem Gelcoat-Reparaturset rangehen.
Die Hand-Lenzpumpe habe ich ausgebaut. Die Verkäufer meinten, dass die nicht mehr geht. Getestet mit Luft scheint sie aber in Ordnung zu sein. Ich werde sie im ausgebauten Zustand noch einmal ausgiebig testen.
Die Umlenkrollen der Fallenumlenker sind auch kaputt. Hier habe ich aber im Beneteau235.com Forum einen Tipp gelesen, dass man diese durch die Harken Microrollen #277 ersetzen kann. Man benötigt nur eine Unterlagsscheibe, da die Rollen etwas schmaller sind. Mal sehen, wo ich die bekomme.
Auf der Seite von Peter Mohr sieht man, dass der Fallenumlenker durch den Umlenker 2 x 2 Rollen von Pfeiffer ersetzt wurde.
17.04.2010 Von einem Freund, einem Malermeister, konnte ich einen professionellen Hochdruckreiniger ausleihen. Ausgestattet mit unterschiedlichen Düsen und einem Druck bis zu 200 bar konnte es nun an die Reinigung des Decks gehen. Zuerst wurden die Reste des BS1 vom letzten Einsatz mit dem Hochdruckreiniger entfernt. Dann wurde noch einmal mit BS1 gereinigt. Gerade im Riffeldeck waren sehr viele schwarze Spuren. Zum Teil rührte dies vom Laufen auf dem Deck im Zusammenhang mit dem dreckigen Hallenboden. Hier wirkt es sich aus, dass man sich im einen Schweißbetrieb befindet.
Nach einigen Stunden Einsatz - immer wieder reinigen mit BS1 und abstrahlen mit dem Hochdruckreiniger - erscheint das Deck in neuem Glanz. Beim Riffeldeck reinige ich mit Hilfe einer Schrubberbürste. Am Schluß wird es mit Certonal, einer Langzeitkonservierung aus dem Yacht Guard Programm von Metasco konserviert. Dabei erscheinen kurzfristig wieder dunkle Schlieren im Riffeldeck. Das darf einen nicht beunruhigen. 100%ig bekommt man den Schmutz nie entfernt. Die dunklen Schlieren verschwinden nämlich wieder, wenn man mit einer weichen Bürste über das Riffeldeck geht. Dazu habe ich eine Schuhbürste genommen - natürlich eine neue, unbenützte.
Parallel versuchte ich mich am Unterwasserschiff. Hierzu hatte ich die Abbeize von Owatrol besorgt. Ich ließ die Beize etwa zwei Stunden einwirken und versuchte dann mit dem Hochdruckreiniger und dem rotierenden Wasserstrahl das Antifouling zu entfernen. Leider war das Ergebnis nicht so, wie ich es erwartet hatte. Ich hatte schon erwartet, dass sich das Antifouling richtig löst. Doch dem war nicht so. Die Partikel die sich bis auf das Gelcoat lösten, waren mehr dem Hochdruckreiniger als der Abbeize zuzuschreiben. Es sind wohl mehr als fünf Schichten Micron von International auf dem Unterwasserschiff. Nach mehreren Versuchen gab ich auf. Ich werde hier mit dem Farbkratzer arbeiten müssen. Das ist zwar sehr anstrengend, doch habe ich damit schon gute Erfahrungen gesammelt (siehe Refit Dufour T6).

24.04.2010 Es ist wieder Samstag, also wieder Arbeitstag am Boot. Nachdem der letzte Versuch mit dem Owatrol Dilunett nicht so wie erwartet verlief, bin ich am Vormittag erst mal wieder ins Bauhaus. Dort habe ich eine einfache, dünne Malerfolie geholt. Außerdem noch verschiedene Nassschmiergel-Bögen und eine Schutzbrille.
Dann ging es wieder in die "Werkstatt". Diesmal versuchte ich den Unterwasserbereich, den ich mit Owatrol Dilunett eingestrichen hatte, gleich mit Folie abzudecken. Dies soll helfen, dass der Farbentferner nicht so schnell austrocknet. Nach ca. 1 h löste ich die Folie und versuchte mit einem Spachtel abzulösen, was abzulösen war. Trotz Folie war das Ergebnis weitgehend ernüchternd. Eine(!) Schicht vom Antifouling konnte entfernt werden. Ich hatte mehr erwartet. Laut Produktbeschreibung bei Owatrol, sollen sich bis zu acht Schichten in einem Arbeitsgang lösen. Keine Ahnung, unter welchen Ideal-Bedingungen das funktionieren soll. ich habe den vorderen Bereich der Steuerbordseite dann nochmal mit Owatrol Dilunett eingestrichen und noch einmal gewartet. Doch wieder war das Ergebnis ernüchternd. Da ich ja vorwärts kommen möchte (ich möchten an Pfingsten im Wasser sein!) griff ich zur alten, bewährten Methode: Der Farbschaber (siehe Dufour T6). Es ist war unglaublich anstrengend (meine Arme sind vollkommen ausgelaugt) doch man kommt damit voran. In einem "Arbeitsgang" können alle(!) Schichten entfernt werden.
So schaffte ich heute ungefähr die Hälfte des Unterwasserschiffs. Trotz Schutzbrille und Staubschutzmaske sah ich am Abend aus, wie direkt aus dem Hochofen. Beides, weder Brille noch Staubschutzmaske, bieten keinen 100%igen Schutz. Um so glücklicher war ich, als ich unter der Dusche stand.
Jetzt noch einmal so ein Tag und das Antifouling ist (fast) komplett unten. Es bleiben die Stellen, die ich im Moment nicht erreiche: die Auflagen (Stützen) und direkt unter dem Kiel. Da wir das Boot dann sowieso hochheben (wegen des Schwenkkiels) kann ich dann dort "schnell" die Stellen vom alten Antifouling befreien.
26.03.2010 Schneller als gedacht bin ich wieder am Boot. Heute hatte ich Frühdienst wodurch ich etwas früher gehen konnte. So nützte ich die Gelegenheit und ging noch zum Boot. In zwei Stunden konnte ich doch noch ein gutes Stück vom Antifouling entfernen. Jetzt habe ich ungefährt 2/3 geschafft.
27.04.2010 Heute war der Schwenkkiel dran. Mein Bekannter hatte heute Zeit, mir beim Anheben der First 235 zu helfen.
Mit zwei Gabelstaplern wurde die First in die Höhe gebracht. Dann konnte ich den Schwenkkiel herunterkurbeln. Leider ging die Schraube, die die Kurbelstange mit dem Kiel verbindet, nicht so leicht hinaus. Um diese optimal entfernen zu können, hätte man den Schwenkkiel 1 cm mehr absenken müssen - doch er ging nicht tiefer... Auch ein Blick in den Kasten konnte nicht erklären, weshalb dieser Zentimeter fehlte. Mit etwas Drücken und ein paar Hammerschlägen von der anderen Seite musste ich sie also mit etwas Gewalt heraus treiben. Dabei platzte ein kleines Stück (ca. 5 x 5 mm) Gelcoat ab. Das ist kein Problem, das zu reparieren. Verstanden habe ich es trotzdem nicht. Wenn ich die Bilder von anderen im Internet betrachte (betrifft First Class 8 oder First 210), dann ist dort die Schraube deutlich frei.
Ich war überwiegend positiv vom Zustand der Kurbel überrascht. Ich hatte schon schlimme Bilder auf der amerikanischen Seite zur First 210/First 211 gesehen. Doch auch nach dem Herausnehmen der Kurbel konnte ich keinen Rost entdecken. Einzig die Bronzemutter ist außen etwas korridiert. Sie läuft aber ohne Widerstand.
Was mir nicht so gefällt, ist der Nylonblock der oben auf dem Schwertkasten sitzt. In der Mitte ist er gebrochen. Ich muss mir überlegen, was ich jetzt da mache. Austauschen oder "flicken".
Ich habe den Mechanismus vor allen aus einem Grund ausgebaut: Als wir das Boot in NL holten, ließ sich der Schwenkkiel nicht ganz hoch kurbeln. Das letzte Stück ging nur durch das Eigengewicht des Bootes. Ich habe kein Problem damit, wenn der Kiel 5 cm unter seinem Gewicht im hochgekurbelten Zustand nach unten hängt. Aber so weit sollte er sich ohne Probleme hoch kurbeln lassen. Und das möchte ich durch diese Wartung sicherstellen.
Jetzt werde ich mich erst einmal erkundigen, wie der Nylon-Block im Original-Zustand aussieht, dann kann ich eine Entscheidung treffen. Was mich jedenfalls irritiert ist die kegelförmige Ausfräsung. Diese scheint durch Reibung hervorgerufen. Eigentlich sollte dort (meine ich) aber keine Reibung sein, da das Gewicht auf dem Kugellager liegen sollte. Vielleicht sind die beiden Teile abgenützt und müssen ersetzt werden.

01.05. und 02.05.2010 Andere gehen am 1. Mai wandern - oder segeln. Aber das Wetter war an diesem Wochenende weder für das eine noch für das andere gut. Um es anders auszudrücken: es regnete Katzen. Deshalb optimales Wetter für die Werkstatt.
Am Samstag habe ich die letzten Reste vom Antifouling weggeschabt. Dann konnte es ans Schleifen gehen. mit 80er und 120er Schmirgel und einem Exzenterschleifer ausgerüstet, nahm ich wieder die gebückte Haltung ein. Es ist einfach eine grausame Arbeit. Aber es ist jetzt ziemlich alles fertig geschliffen. Nur unmittelbar am Schwenkkiel kam ich weder mit Farbschaber noch mit dem Exzenterschleifer bei. Hier muss ich wohl oder übel von Hand schleifen (nass). Aber es wird. Ich denke nächstes Wochenende kann man so weit fertig sein, dass die ersten Lagen VCTar aufgetragen werden können. In Summe sollen es etwa fünf Lagen werden.
Am Sonntag kam noch ein Bekannter aus dem Segeln-Forum. Ole befreite die First von allem überflüssigem Elektrokram. Der Erstbesitzer war wohl ein Spielkind und hat alles mögliche verbaut. Auch wenn die Verkabelung noch nicht fertig ist, scheint jetzt alles etwas logischer. Trotzdem werde ich im Laufe der Woche noch einen langen Abend einplanen.
Den Nylonblock für den Schwenkkiel-Mechanismus habe ich von meinen Arbeitskollegen verstärken lassen. Unten drunter kam eine 2mm dicke Edelstahlplatte die am Nylonblock verschraubt ist. So sollte dieser die Belastung gut aushalten. Inzwischen weiß ich, weshalb er die kugelförmige Einbuchtung hat: Wenn der Schwenkkiel hochgekurbelt wird, ändert sich der Winkel in dem das Gegenlager oben zur Aufhängung unten steht. Damit die Kurbel dieser Veränderung folgen kann, liegt das Gegenstück wie ein Kugelgelenk in dieser "Pfanne".

- Oben: Die erste Lage VCTar, Darunter: Bord-Elektrik Made in NL, Unten: Das Ruder
05.05.2010 Heute hatte ich mich wieder mit Ole verabredete. Er wollte die Elektrik weiter bereinigen und ich wollte das Unterwasserschiff voran bringen. Die Gabelstapler in der "Werkstatt" sind ein Segen. Schnell ist das Boote vorne angehoben. Die Stützen vom Trailer können gesenkt und dahinter geschliffen werden. So hatte ich die Schleifarbeiten schnell heute abgeschlossen. Dann wurde der Schleifstaub erst einmal mit einem feuchten Schwamm und Wasser abgewaschen. Vor dem Anstrich mit VCTar noch entfetten - mit dem Verdünner von International.
Ole werkelt dabei weiter im Boot. Nach und nach fliegen immer mehr Teile über die Reling. Ich habe im Detail sein Tun nicht beobachtet, vielleicht besser so. Ich staune nur, was da so alles zum Vorschein kommt. Ein Kabelgebilde sieht aus wie eine Spinne oder eine Krake. Ole erläutert mir immer wieder, was da wohl installiert wurde. So wie ich ihn verstehe, am Anfang hui und am Ende pfui. Beispiel: Eine Leitung mit einem enormen Durchmesser auf einen "Nachttischlampenschalter". Von dort mit dünnstem Durchmesser weiter. Alles wirklich sehr suspekt. Ole hat den Background eines Kfz-Elektrikers. Und Boots-Elektrik (12V) und Kfz-Elektrik liegen dementsprechend nahe beinander. Ich bin nur froh, einen Fachmann wie ihn zu kennen. Interessierte Leser sollten diese Erfahrung zum Anlass nehmen, sich mehr in Internet-Foren zu zeigen. Früher hätte man, mit viel Glück, vielleicht im Verein eine entsprechende Hilfe gefunden - vielleicht aber auch nicht. Und daher resultieren vielleicht auch die exotischen Installationen auf manchem Boot.
Das Unterwasserschiff hat jetzt, bis auf ein paar Einzelstellen, eine Lage VCTar. Am Donnerstag geht es weiter. Bei VCTar ist es wichtig, die Überstreich-Intervalle einzuhalten. Ansonsten ist schleifen angesagt...
Nachfolgend zur Elektrik (und mehr) aus Oles Sicht:
Chronik 1: Elek-trick 02 & 04.05.2010 Ich versuche mir zuerst einen Überblick über die Installation zu machen. In der Staukiste BB haben sich 2 Batterien befunden, wovon schon eine ausgebaut war, aber die Zuleitungskabel waren noch vorhanden. Zusätzlich liegt dort ein 220V Kabel ohne Funktion. An der Schottwand in der Hundekoje befindet sich weitere Installation: Ein Batteriewahlschalter für die ehemals 2 Batterien, ein Relais zur Steuerung der Ladung des nicht mehr vorhandenen Außenborders, die 2 Ladeanschlüsse des Batterieladers, eine Konstruktion, die die Kühlbox mit Strom versorgen soll. Über dem Navitisch: 4 12V Steckdosen ohne Funktion. Eine 220V Doppelsteckdose. Diverse lose Kabel unter dem Navitisch, dort auch der 15 A Batterielader, ein FI Schalter, eine Doppelsteckdose 220V. Montiert ist der FI auf einer Hutschiene, die Erde ist per Lüsterklemme verbunden und bamselt so vor sich hin. Ich teste die gesamte Elektrik ein Mal durch, im Wesentlichen funktioniert alles, nur die Belegung des Panels ist etwas undurchsichtig. Das Kabel zum Toplicht ist eher ein Klingeldraht. Das Buglicht muß durch die Änderung von 3 auf 4 Füße neu verkabelt werden. Hecklicht gibt’s nicht. Im Mast: Topplicht = Klingeldraht. Es bleibt bei einer Batterie, die vorhandene braucht Ladung: 7,8V ohne Last. Zusätzlich der Landstromanschluß, das Batterieladegerät und später noch ein Solarpanel. Hab‘ am 2. Mai mal das Batterieladegerät drangeklemmt und am 4. Gemessen: 13,4 V ohne Last. Eventuell doch eine neue? An die Arbeit: Entfernen unnötiger Kabelage: Ausgebaut habe ich den Batteriewahlschalter, die Plus Zuführung für die zweite Batterie, die Zuleitungen Plus und Minus der Außenborder Ladeeinrichtung, das Relais zur Ladungssteuerung, sinnfreies Kabel in die Backskiste. Habe die Polklemmen neu befestigt und das zweite Schalterpanel unter dem Niedergang ausgebaut. Dieses nicht einzeln abgesicherte Schaltfeld hinterlässt ein unschönes Loch im Längsstringer, daß noch verschlossen werden muß. Der Motor wird zwar eine Ladespule haben, aber die Batterieladung soll später per Landstromübernahme oder das auf dem Lukendeckel montierte Solarpanel kommen. Die Belegung des Original Schaltpanels soll wieder hergestellt werden. Die Belegung ist 1 Licht innen, 2 Navigationslichter, 3 Ankerlicht, 4 Radio, 5 Instrumente. Hinzu sollen noch abgesicherte Schalter für die Kühlbox, GPS und Steckdosen kommen. Wir benötigen hierfür noch ein kleines Schaltpanel. Es liegt noch ein 220V Kabel in der Sitzkiste Backbord. Im Küchenblock entsteht damit eine 220V Steckdose für z.B. den Heizlüfter für die kalten Nächte an Bord. Der Nullleiter am FI muß noch „amtlich“ befestigt werden, dafür gibt es extra Verteilerschienen für die montierte Hutschiene. Ob ein IP65 Gehäuse für die FI Installation nötig ist, muß ich noch ermitteln. Im Moment ist es nackt und offen am Längsschott unter dem Cockpit montiert. Es riecht nach VC TAR. Wir machen um 23:00 Feierabend. Brauch noch Plus-Verteiler (Sammelstützpunkt) und Minus-Leiste (Sammelschiene) sowie ein kleines Schaltpanel mit Automaten. Die Chronistenpflicht 2: Ruderreparatur 03.05.2010 Beim Besuch der First am 2. Mai habe ich mir das Ruder genauer angesehen und im Bereich der Ruderkopfführung einen Riss im Laminat entdeckt. Mit einem kleinen Spachtel bewaffnet, im Spalt ein wenig bewegt - und die Ruderhälften bewegten sich. |
13., 14., 15.5. / Der Schutz des Unterwasserschiff mit VCTar konnte abgeschlossen werden. Insgesamt sind jetzt etwa sechs Schichten überall drauf. In der Regel habe ich abwechselnd schwarz / weiß gestrichen - dadurch sieht man gut, wo noch zu streichen ist. Probleme bereiteten zwischendurch die Polster der Trailerstützen. Trotzdem, dass drei Tage seit dem letzten Anstrich vergangen waren, klebte das Polster am VCTar. Am Ende hatte ich es dann aber gut im Griff, wie ich das Boot hebe. Dazu stellte ich einen oder zwei Wagenheber entweder vorne am Bug oder hinten am Heck unter den Rumpf. Mit dem Gabelstapler war das nicht so gut, da dieser doch einige Spuren im frischen Anstrich hinterlässt.
Die Pinne habe ich sandgestrahlt und dann noch fein geschmirgelt. Gestrichen wurde sie dann auch mit Aquadeck von Owatrol. Wie bei den Leisten werde ich drei bis vier Anstriche machen.
Am Samstag konnte ich dann das VC17 aufbringen - eine Schicht. Ich bin dann aber noch mal zu Bauhaus und habe mir dort eine zweite Dose geholt.
Dann fehlt noch die Elektrik und die Borddurchlässe muss ich noch zu machen. Hier werde ich beim Klempnerbedarf einen passenden Stopfen suchen.
18.05. Heute Abend hatte ich mich noch einmal mit Ole verabredet. Die Elektroinstallation war ja ziemlich angefangen ohne zu erkennen, was es mal werden soll.
Heute hat Ole ziemlich gewerkelt. In kurzer Zeit waren die neuen Leitungen gezogen. Das war zum einen die neue Leitung für das Posilicht am Bug, das Kühlschrank-Kabel, die Kabel zu den Steckdosen und vom Dampferlicht.
Jetzt kann man langsam erkennen, wie die Elektro-Installation mal aussehen soll. Für ein neues, zusätzliches 4er-Pannel muss ich noch den Ausschnitt sägen. Dann wird Ole das anschließen. Das Kabel zum Buglicht geht schön durch den Bugkorb. Innen hat er eine 220V-Steckdose montiert, wo zuvor ein offenes Kabel einfach in der Backskiste endete.
Weniger Glück hatte ich bei den Borddurchlässen. Ich wollte eigentlich nur die Sperrhähne entfernen, um darauf einen Stopfen zu setzen. Allerdings waren zwei von drei so fest, dass die sich die Borddurchlässe mitgedreht haben und wegen zu befürchtender Undichtigkeit ganz heraus genommen werden mussten. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Zu lamininieren (was natürlich doof ist, jetzt wo das Unterwasserschiff fertig ist) oder neue Borddurchlässe rein machen. Wahrscheinlich mache ich die zweite Variante. Der Gedanke war ja, vielleicht doch einmal einen Fäkalientank einzusetzen oder im Mittelmeer die Durchlässe einfach wieder zu aktivieren.
Das Unterwasserschiff habe ich teilweise noch einmal mit VC17 gestrichen. Ich muss noch Klebeband zum Abkleben besorgen, damit ich den Wasserpass streichen kann. Das will ich am Samstag machen.
Ole hat für die Elektrik einen Plan erstellt. Hier als PDF verlinkt.
22.5./23.5. O.k. das Wetter ist jetzt klasse. Jetzt tut es langsam weh, das Boot noch nicht im Wasser zu haben. Am Samstag und Sonntag war ein Treffen vom Segeln-Forum. Ich war zumindest am Abend zum Grillen dabei.
Zuvor hatte ich den Samstag genützt, den Wasserpass zu streichen. Am Vormittag bin ich noch eben ins Bauhaus in die Nautic-Abteilung. Das ist schon klasse, dass es so etwas bei uns gibt. Ansonsten wäre man fast auf Online-Shops angewiesen oder müsste 30 km Fahrt in Kauf nehmen. Dort habe ich noch einen neuen Borddurchlass 1 1/4 Zoll geholt. Einen 3/4 Zoll muss ich noch holen.
Adnan, mein Edelstahlschweißer bei dem das Boot steht, hat mir noch den Ausschnitt für den Gennakerbaum aus der Seereling geflext. Dann hat er mir noch gleich einen Beschlag für den Baum hergestellt, der auf dem Deck montiert wird. Der vordere Beschlag passt leider nicht. Adnan hat ihn zwar noch umgeschweißt, trotzdem würde dieser den Baum zu sehr aus der Mitte drücken. Jetzt macht er mir einen anderen Beschlag auf die gleiche Art wie den Deckbeschlag. Die kommende Woche habe ich Urlaub. Die Tage muss ich nützen, um jetzt langsam zum Ende zu kommen. Was noch zu tun ist:
- Borddurchlässe schließen
- Ruder fertig machen (schleifen, streichen)
- Elektroinstallation fertig machen
- Halterung für Tank in der Backskiste
- Backskiste reinigen (sieht sehr schmuddelig aus)
25.5. Heute stand Sika-dichten auf dem Programm. Nachdem ich einen neuen 3/4 Zoll Borddurchlass geholt hatte, hatte ich alles beisammen.
Also Bugkorb, Klampe vorne, Phillipi Steckdose (für Mastlicht) und Borddurchlässe wurden abgedichtet und befestigt. Die Borddurchlässe habe ich erst nur einmal handwarm angezogen. Morgen werden sie richtig festgeknallt.
Dann habe ich die Backskiste dreimal mit Clorix ausgewaschen. Hier stand der Schimmel. Ich glaube, die hatte noch nie eine Reinigung erfahren.
Die schwarzen Zierstreifen habe ich auch wieder geklebt.
Dann war noch etwas Spachteln angesagt. Am Mast waren vom alten Kabel für das Toplicht drei Löcher. Die werden mit Gelcoat-Repair-Set zu gemacht. Zuerst wurden diese aber etwas aufgefüllt mit Watertide. Ebenso das alte Loch am Bug vom Bugkorb (drittes Bein). Auch hier war noch ein Loch vom Kabel für das Buglicht. Das ist jetzt am hinteren Fuß vom Bugkorb. Auch hier habe ich noch einmal Sika drauf gemacht.
Danach habe ich das Ruder noch einmal gespachtelt. Morgen werde ich dann schleifen. Dann mal sehen. Entweder für dieses Jahr nur den 1-Komponenten-Lack von Hempel oder VCTar.
Für das neue, zusätzliche 4er-Schaltpanel habe ich dann noch den Ausschnitt gesägt. Die Plus- und Minusverteiler wurden hinter dem alten Ausschnitt einfach auf das GFK geklebt - mit Sika.
26.05. O.k. - heute war kein guter Tag. Das hat schon damit begonnen, dass ich verschlafen habe. Gut, ich habe Urlaub! Also muss man sich selbst auch keinen Stress machen. Zuerst ging es mal wieder zum Bauhaus - nein, diesmal nicht in die Nautic-Abteilung (da war ich auch kurz) sondern zum Holzzuschnitt. Hier holte ich eine 9mm Siebdruckplatte. Die wird für das neue Podest für den Tank benötigt. Dann noch ein Abstecher zum Kunststoff-Fachhändler. Leider habe ich nichts passendes gefunden, womit ich die Beschläge für den Gennakerbaum innen auskleiden könnte. Ich habe ein kleines Stück PVC-Folie (1mm stark) mitgenommen. Aber ich glaube das ist nicht das richtige.
Dann ging es in die "Werkstatt". Zuerst habe ich für den vorderen Beschlag für den Gennakerbaum ein Vierkantrohr aufgesägt - daraus wurde so ein Winkel. Ein Loch hineingebohrt und alles schön geschliffen. Dann vom Rohr wieder ein Stück gesägt und einen Schlitz mit der Flex heraus getrennt. Auch hier wieder alles schön geschliffen und abgerundet.
Als nächstes habe ich mit einem Heißluft-Fön das Ruder getempert - die Stellen, die ich mit Epoxyharz behandelt hatte. Ich hatte im Harz zu wenig Härter verwendet. Deshalb war es jetzt, nach sieben Tagen, immer noch nicht richtig ausgehärtet. Während das Ruder wieder abkühlte habe ich den Fön gleich verwendet, um auch den unteren Zierstreifen zu entfernen. Auch der ist ziemlich unschön. Den oberen hatte ich gestern schon wieder neu geklebt.
Jetzt, nachdem das Ruder wieder abgekühlt war, habe ich es geschliffen. Es ist nicht perfekt. Aber für dieses Jahr tut es das. Um das Ruder streichen zu können, musste ich mir erst eine Konstruktion bauen, an der ich es aufhängen konnte. Zum Glück findet man hier so alles mögliche. Aus dem Spi-Baum und einer Stütze habe ich dann einen Balken in zwei Meter Höhe konstruiert, an dem ich das Ruder aufhängen konnte. Einmal gestrichen mit VC-Tar. Morgen folgt noch ein Anstrich - das muss reichen für die Saison.
27.05. Heute bin ich wieder richtig zufrieden mit meiner Leistung. Am Vormittag hatte ich zwar noch etwas anderes zu erledigen, doch dafür war der Nachmittag richtig produktiv. Einer der Schweißer hat mir den vorderen Bugbeschlag für den Gennakerbaum geschweißt. Er passt perfekt.
Dann habe ich das Ruder noch ein zweites Mal mit VCTar gestrichen. Das reicht jetzt für die Saison. Morgen kommt noch das VC17 dran und dann ist das Ruder auch fertig.
Jetzt machte ich mich an das Podest für den Tank in der Backskiste. Bei der Dufour T6 hatte der Prüfer schon moniert, dass der Tank nicht richtig befestigt wäre. Auf der Seite von Peter Mohr hatte ich ein schönes Bild gesehen, wie er das gelöst hatte. So ähnlich wollte ich es auch lösen. Ich hatte mir gestern dazu ein Stück Siebdruckplatte im Bauhaus sägen lassen. Diese ist wasserfest verleimt - also ideal dazu. Dann hatte ich noch eine druckimprägnierte Dachlatte gekauft. Davon sägte ich ein Stück ab und schraubte es in der Backskiste fest. Das Einpassen der Siebdruckplatte ist etwas "Sisyphosarbeit". Vielleicht kennt irgendjemand einen Trick - ich nicht. Also tastete ich mich vorsichtig heran. Die Dachlatte überzog ich mit einer Lage GFK. Auch das kleine Podest für die gegenüberliegende Befestigung laminierte ich in die Backskiste.
Da ich gerade schon Harz und Härter angemischt hatte, verwendete ich dies gleich um die Beschläge für den Gennakerbaum damit auszukleiden. Ich hatte beim Kunststoff-Fachhändler nach etwas passendem gesucht - aber nichts gefunden. Auch das Internet brachte nichts brauchbares hervor. Jetzt werde ich es mal mit dieser Lösung testen - ich bin gespannt.
Jetzt folgten noch ein paar Kleinigkeiten: Die Löcher vom alten Bugkorb samt Kabeldurchlass und dem alten Kabeldurchlass am Mast wurden mit Gelcoat-Repairkit behandelt. Das muss wieder eine Nacht aushärten - dann kann es geschliffen werden. Den unteren Zierstreifen habe ich auch gleich neu geklebt.
Jetzt fehlt nur noch eines - dafür aber etwas ganz wichtiges: Ein Name! Smeagol wird das Boot sicher nicht mehr heißen. Die Figur aus "Herr der Ringe" sagte mir noch nie zu; wie kann man ein Boot so nennen?
Ach so, die Elektrik ist natürlich auch noch nicht fertig - dazu fehlt mir Ole...
28.05. Heute war nicht mehr allzu viel zu tun. Das Ruder habe ich fertig. Es bekam noch VC17 im Unterwasserbereich. Dann durfte es noch etwas trocknen und wurde am späten Nachmittag wieder eingebaut. Die Pinne dran und fertig.
Die Siebdruckplatte, für die ich gestern die Leiste und das Podest einlaminiert hatte, wurde heute festgeschraubt. Das hält jetzt sicher. Für die Befestigung des Tanks schraube ich einfach zwei kleine Fenderhalter drauf.
Die Beschläge für den Gennakerbaum habe ich dann auch noch fertig gemacht. Gestern hatte ich ja eine Lage GFK in die Ringe laminiert. Das musste noch ordentlich abgeschliffen werden. Danach konnte ich die Ringe wieder polieren. Endlich ging es an die Befestigung der Beschläge. Mit dem vorderen bin ich jetzt, nach der Fertigstellung, nicht 100%ig zufrieden. Der Winkel ermöglicht einfach zu viel Spiel. Besser wäre es doch, den Ring am vorderen Fuß des Bugkorbs zu befestigen. Das wäre stabiler. Ich werde es jetzt aber so einmal testen. Wenn es zu viel arbeitet, kann ich das immer noch machen.
Einige Gelcoat-Reparaturen, die ich gestern vorgenommen hatte, konnten heute geschliffen werden. Das geht mit dem Gelcoat-Repair-Kit wirklich gut. Schade, dass der Ton nicht 100%ig passt - er müsste etwas cremefarbiger sein. Aber man sieht die Reparaturstellen wirklich erst bei genauem hinsehen.
Zum Ende blieb mir nur noch etwas aufräumen. Jetzt fehlt mir noch OLE! (Elektrik). Ach ja, eine neue Windex muss ich noch besorgen. Die sollte ich auch noch montieren, so lange der Mast am Boden liegt. Nächste Woche werde ich den Motor besorgen.
Morgen werde ich das Boot noch einmal mit Wasser abspritzen. Hier in den Hallen hat es doch sehr viel Staub der sich unschön niedersetzt. Dann kommt eine Plane drüber.
01.06. Ole hat heute noch einmal eine "Nachtschicht" eingelegt. Im wesentlichen war jetzt noch die Elektrik offen. Ole hat die wesentlichen Teile des Original-Panels wieder richtig angeschlossen.
Den Plus- und den Masse-Verteile hatte ich, gem. Anweisung von Ole, hinter dem Panel einfach mit Sika an die Bordwand geklebt. Das erschien als die sinnvollste Möglichkeit.
Folgendes sollte jetzt wieder richtig angeschlossen sein:
- Ankerlicht
- Navigationslicht (2farbig Bug)
- Kühlschrank
- Beleuchtung innen
Was u.a. noch fehlt ist das Radio. Hier werde ich aber erst noch zwei neue, kleine Lautsprecher besorgen. Hier waren zwei alte Technics Boxen eingesetzt. Hinter den Boxen sammelte sich bereits der Schimmel. Die haben wir raus geworfen und dann habe ich das erst einmal geputzt.
An der Logge ist das Paddelrad kaputt. Das bekomme ich wohl beim Busse-Yachtshop nach. Ich muss erst noch nachsehen, ob es vier oder sechs Paddel hat.
Für den Gennakerbaum (vorne) habe ich mir einen neuen Beschlag bei der Arbeit machen lassen. Es ist jetzt eine Schelle, die ich einfach an den Bugkorb schrauben kann. Daran muss jetzt noch der Ring geschweißt werden.
In der Achterkajüte hatte der Vorbesitzer bzw. der Erstbesitzer ja ziemlich elektrisch gewütet. Das alles hatten wir jetzt entfernt. U.a. hatte er auch die Leiste entfernt, auf der eines der Bodenbretter liegt. Dafür habe ich jetzt eine neue Leiste mit Epoxyharz geleimt. Die muss dann noch in die Achterkajüte eingeleimt werden. Dann ist das auch wieder o.k.
Zur Türe, die ja fehlte, kam ich jetzt überhaupt nicht. Vielleicht schaffe ich das im Laufe des Jahres.
Der Motor ist bestellt. Es wird ein Tohatsu Sail Pro mit 6 PS und ultralangem Schaft. Der Sail Pro hat einen speziellen Schubpropeller. Mit der Dufour T6 hatte ich immer wieder Probleme mit dem Aufstoppen. Das lag daran, dass auf dem Honda BF5 ein normaler Propeller montiert war.
Der ultralange Schaft soll sicherstellen, dass die Schraube immer im Wasser ist - auch bei Welle. Das ist ja einer der Hauptnachteile des Außenborder gegenüber der eingebauten Maschine.
Wenn nächste Woche der Motor da ist, kann ich einen Termin zum einwassern planen. Ich hoffe, dass alle Borddurchlässe dicht sind.
05.06. Nicht viel zu tun bzw. zum "Nichts-tun" verurteilt - so war es heute. Meine Lebensgefährtin musste unerwartet ins Krankenhaus weshalb ich meine 6jährige Tochter beschäftigen muss. Nur kurz war ich mit ihr zusammen am Boot, um das neue Fockfall einzuziehen. Dann habe ich noch die Löcher für das Lüftungsgitter eben gebohrt. Beides war diese Woche noch gekommen.
Das Lüftungsgitter benötige ich, wie gesagt, wegen des Tanks für den Außenborder. Dieser wird dann in der Backskiste befestigt. Der Außenborder sollte am Montag kommen. Ich hatte ja gehofft, dass er schon am Freitag kommt.
"In der Bucht" konnte ich heute noch einmal ein 23 Meter langes Stück Liros Dyneema ersteigern. Das werde ich dann für das Großfall verwenden. Die neue Genuaschot (10mm Dyneema) ist auch per Postpaket gekommen. Ebenso eine Schot für den Gennaker. Hier habe ich mich für 8mm entschieden. Das kann bei sehr leichten Wind vielleicht etwas zu schwer sein. Doch dafür lässt die sich 3 Beaufort gut halten und hält in den selbstholenden Winschen.
Die Jabsco Toilette habe ich jetzt im Boote-Forum verkauft. Sie würde wahrscheinlich doch nur bei mir ein paar Jahre herum stehen. Kommende Woche hoffe ich das Boot ins Wasser bringen zu können.
10.06.2010 Beamte... Was soll ich sagen? Ich sende meine Anmeldung zur Abnahme der First 235 per Fax an das Schifffahrtsamt. Um sicherzustellen, das alles komplett ist, rufe ich dort an. Dann war ich doch etwas schockiert über die Antwort auf meine Frage, wann ich denn einen Termin bekommen. "Voraussichtlich in drei bis vier Wochen" war die freundliche Antwort.
Dann entgegnete ich, dass ich mit der Dufour T6 das letzte Mal (vor etwa drei Jahren) sofort einen Termin bekommen hatte. "Da waren Sie aber sicher hier vor Ort. Wenn Sie das per Fax senden, landet es erst einmal auf dem Stappel". O.k. jede Diskussion ist müssig. Also fuhr ich heute morgen direkt zum Schifffahrtsamt, um dort die Anmeldung persönlich vorzunehmen. Am Montag habe ich einen Termin. Na geht doch!
Heute Abend habe ich dann die First fertig reisefertig gemacht. Gestern Abend hatte ich schon den Mast wieder aufgelegt und die Zurrgurte angelegt. Heute kamen noch die ganzen Kleinigkeiten ins Boot (Spibaum, Babystag, Kurbel vom Schwenkkiel, usw.). Das Werkzeug wurde soweit wieder ins Auto verladen. Adnan hat dann mein Baby nach Bodman gefahren. Morgen, um 13.30 Uhr, habe ich den Termin am Kran. Am Abend wird dann Ole kommen, um mit mir den Mast zu stellen.

11.06.2010 Es hat alles (mehr oder weniger) nach Plan geklappt. Um 13.30 Uhr hätte ich den Krantermin gehabt. Es wurde dann doch eine Stunde später. Kein Problem. Ich hatte doch noch das eine oder andere zu tun. Der Motor musste davor befestigt und Öl aufgefüllt werden, da er ohne Öl geliefert wurde. Dummerweise hatte ich zuviel Öl hinein gegeben. Charlie (ein Mitarbeiter am Kran) hat es dann wieder abgepumpt.
Dann der spannende Blick auf die Waage: 1430 kg. O.k. Ich hatte damit gerechnet, dass es mehr als 1300 kg (die Werksangabe) sind. Doch das hält sich absolut im Rahmen. Bei der First 24 berichten viele Eigner, dass das Gewicht knapp 2 Tonnen ohne Trailer beträgt und das man zwingend einen Trailer mit zul. Gesamtgewicht von 2,5 Tonnen benötigt. So kann ich beruhigt sein, was den Trailer betrifft.
Es fehlten nur die Segel, und ein paar Polster. In Summe wird das Boot ca. 1,5 Tonnen wiegen. Der Trailer hat ein Eigengewicht von ca. 350 kg und ein zul. Gesamtgewicht von 2000 kg. Das passt.
Der Motor sprang sofort an. Eine weitere positive Überraschung: Er hat eine Feststellschraube für die Lenkung. Das hat mich immer beim Honda BF5 genervt. Als Segler steuert man primär mit dem Ruder. Der Honda wanderte unbemerkt aus der Richtung bis man sich wunderte, dass das Boot eine ganz andere Richtung einschlägt.
Ole kam dann am Abend. Zusammen stellten wir den Mast auf. Das ging auch ganz gut. Dank des U-Schuh war das kein großer Aufwand. Die Wanten haben wir zusammen erst einmal grob eingestellt. Der Mast hat jetzt eine schöne Vorkrümmung.
Meine große Sorge waren ja auch die Borddurchlässe. Doch die sind alle dicht. Morgen muss ich jetzt noch einige Dinge für die Abnahme besorgen (Feuerlöscher, Paddel) neue Festmacher brauche ich auch noch. Und dann brauche ich noch die Nummer.
13.06.2010 Heute habe ich den ersten Schlag gemacht... Stefan, ein Stegnachbar, fuhr zufällig vorbei und stellte unverfroren die Frage, ob wir noch "mit der neuen" segeln gehen. Natürlich juckte es auch mir in den Fingern.
Ich hatte zwar noch einiges zu tun... Das Großsegel war noch nicht angeschlagen, der Feuerlöscher musste noch befestigt werden, das Panel angeschraubt werden, und vieles mehr. Trotzdem, was ist das alles schon zur Gelegenheit zu segeln?
Leider regnete es immer wieder. Aber dafür ging ein ordentlicher Wind - 3 - 4 Bft. Und wir setzten gleich die Segel. Heisa, das hat Spaß gemacht. Auch wenn das Boot mal ordentlich Lage hat, fühlt man sich sicher!
Jetzt freue ich mich auf besseres Wetter und die Gelegenheit, alle Segel durch zu testen.
28.06.2010 Auch wenn das Boot jetzt schon drei Wochen im Wasser ist - der, die, das Refit ist nicht abgeschlossen.
Zwischenzeitlich habe ich meinen Stempel (Bootsabnahme) und so kann man alles etwas ruhiger angehen lassen. Trotzdem, um richtig Spaß zu haben, ist doch noch einiges zu tun.
Heute war Ole noch einmal elektrisch tätig. Bisher war das Ladegerät noch nicht richtig angeschlossen. Das wurde heute nachgeholt. Jetzt lädt das Bordladegerät auch die Batterie.
In den Wochen davor hatte ich noch so einige Fallen und Leinen ausgetauscht. Das sollte man nicht unterschätzen - vor allem was die Kosten anbelangt. Auch wurden schon die ersten Blöcke getauscht. Das waren noch die ersten Blöcke un dementsprechend ist/war der Zustand.
Für die Fallenumlenker hatte ich Rollen von Harken bestellt. Den Tipp hatte ich im Beneteau-Forum gelesen. Doch war dies eindeutig eine Fehlinvestition. Jetzt habe ich die 2 x 2 Fallenumlenker von Pfeifer Marine bestellt. Das ist dann eine saubere Lösung. Es ist noch einiges zu tun. Der Kühlschrank geht noch nicht (Ole noch einmal nötig). Der Motor zickt etwas, wenn er längere Zeit läuft (wahrscheinlich auch Ole) und dann warte ich noch auf Fallen, die ich bestellt habe.

14.07.2010 Nachdem fast vier Wochen seit dem letzten Eintrag vergangen sind, muss ich diese Seite einmal wieder aktualisieren.
In der Zwischenzeit hat sich doch manches getan. Die Elektrik ist jetzt endgültig (vorerst) abgeschlossen. "Vorerst" bedeutet, dass jetzt erst einmal wieder alles angeschlossen ist. Auch die Steckdosen. Am letzten Wochende habe ich noch den Radio wieder angeschlossen.
Ole hat mir eine Antenne gebracht, die ich noch einstecken muss. Aber dann funktioniert sogar dieser wieder. An einer der Innenbeleuchtungen habe ich mich einmal mit LED versucht. Mal sehen, wie sich das bewährt (Farbtemperatur).
Ansonsten wurden jetzt alle Fallen und Leinen ausgetauscht (bis auf den Baumniederholer). Die letzten waren Topnant und Unterliekstrecker.
Die Fallenumlenker habe ich jetzt durch 2 x 2 von Pfeiffer ausgetauscht. Geleitet von einem Beitrag im Beneteau235.com Forum habe ich zuerst versucht nur die Rollen durch Harken Rollen auszutauschen. Allerdings sind diese zu dünn. Das könnte man noch durch Unterlagscheiben ausgleichen. Aber die Bohrung ist auch deutlich dünner so dass nur eine 5mm Schraube passen würde. Das war mir dann für die Belastung doch zu wenig. Letztendlich war dieser Versuch ein "Griff ins Klo". Die Pfeiffer Umlenker passen sehr gut. Den Tipp hatte ich auf der Seite von Helias gesehen.
Ole hat auch noch ein paar Rollen gestern gebracht. Zwei hatte ich schon durch Harken ausgetauscht. Jetzt steht einiges auf dem Wunschzettel was "nice to have" ist.
Inzwischen habe ich auch schon Dinge entdeckt, dich ich nachbessern muss. So ist die Installation der Kabelverbindung für das Mastlicht nicht optimal. Der Stecker ist jetzt nach vorne gerichtet und ist so eine ideale Falle für die Genua-Schot.