Wie zur Dufour T6, die ich vier Jahre segelte, werde ich hier zur Beneteau First 235 etwas zu den Schwachpunkten schreiben. Das perfekte Segelboot habe ich bisher weder gesehen noch gesegelt. Auch die Beneteau First 235 hat ein paar Schwachpunkte, die teilweise schon auf der Seite beneteau235.com diskutiert wurden - allerdings in englisch.
Der Bugkorb ist in der Standardversion mit drei Füssen ausgestattet. Leider ist der vordere Fuß so nahe am Beschlag für das Vorstag montiert, dass man kaum eine Rollanlage montieren kann. Es gibt wohl in USA extrem schmale Trommeln, die gerade noch so am Fuß vorbeigehen, in der Regel passt das aber nicht.
Manche Eigner haben sich damit beholfen, dass sie einen Winkel für die Trommel in den Fuß geschweißt haben. Dies führt jedoch dazu, dass der Bugkorb äußerst instabil wird. Keine gute Lösung. Die einzig wahre Lösung ist wohl die, den Bugkorb auf vier Füsse umzurüsten und auf den vorderen Fuß zu verzichten. So hat man eine gute Stabilität und der Raum, wo das Vorstag befestigt ist und sich die Ankerrolle befindet, ist vollkommen frei.
Eine andere Möglichkeit ist die Rollanlage höher zu setzen - so wie man es auf dem Bild rechts sieht. Allerdings verliert man dadurch doch einige Quadratmeter Segelfläche und die Segel müssen umgearbeitet werden. Hier am Bodensee wird auf den meisten Segelbooten sehr häufig die Genua 1 gesegelt - das größte Vorsegel (ausgenommen der Leichtwindsegel Spinnaker, Blister und Gennaker). Diese wird dann auch gerne als "Decksfeger" bezeichnet, weil man wirklich jeden Quadratzentimeter Segelfläche nützen möchte. Auf den Fotos sieht man diese beiden Versionen.
O.k. das Ruder-Problem ist relativ. Allerdings hat sich ein Eigner auf der amerikanischen Seite beneteau235.com darüber ziemlich geärgert. Wie bei der Dufour T6 ist das Ruder feststehend. Insbesondere bei der Wingkiel-Version und bei der Schwenkkiel-Version muss man im flachen Wasser bedenken, dass ggf. das Ruder der tiefste Punkt ist (bei der Schwenkkiel-Version bei hochgezogenem Kiel). Ein Eigner aus USA mit Wingkiel-Version ist wohl mit hohem Tempo auf eine Untiefe gefahren. Resultat: Ihm hat es praktisch das komplette Heck aufgerissen. Da kann man nur hoffen, dass es ringsum nicht tief ist - denn ein Kentern ist hier unvermeidbar. Er konnte wohl das Boot retten und den Schaden reparieren. Es ist erstaunlich, dass kaum ein Konstrukteur daran denkt. Bei den neuen "kleinen" Beneteaus mit der Doppelruderanlage wäre wohl auch keine Lösung möglich. Bei einem Einzelruder wäre es jedoch, von Werk aus berücksichtigt, nicht schwer eine enstsprechende Mechanik zu planen.
Tja, die Themen wiederholen sich. Auch bei der Dufour T6 ärgerte ich mich über den Mastfuss. Wäre es doch so einfach, einen U-förmigen Mastschuh zu konstruieren. Die Beneteau First 235 ist eine trailerbare Yacht - vielleicht die Grenze des normal trailerbaren. Deshalb möchten die Eigner auf unkomplizierte Weise den Mast stellen und legen können - ohne Kran. In der Standardversion ist der Mastfuss jedoch so konstruiert, dass man den Mast auf mindestens 35 Grad anheben muss. Erschwerend kommt hinzu, dass ja ein großer Teil des Gewichts beim manuellen Maststellen hinter dem Heck liegt. Bei meiner First 235 hat der Erstbesitzer den U-förmigen Mastfuss nachgerüstet. Damit ist das Stellen und Legen des Masts ein Kinderspiel.