Mein-Bodensee

Das Urlaubsziel im Südwesten

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Erste Erfahrungen mit der First 235

So, nun ist genug Refit. Seit einigen Wochen habe ich die Beneteau First 235 ja im Wasser und habe schon einige Tage unter Segel erlebt. Deshalb möchte ich etwas über die Erfahrungen berichten.

Einen großen Platz wird die Reihe "After-Work-Sailing" einnehmen. Ole hat mir ja so einiges bei der First geholfen. Vor allem auch im Bereich Elektrik. Dann hat er mir mit seinem fachmännischen Wissen beim Stellen des Masts und dem Einstellen der Wantenspannung geholfen.

Da seine Frau Montags immer Musikprobe hat, hat es sich jetzt so eingefahren, dass wir uns immer Montagabend noch zum segeln treffen. So war der Übergang vom Refit zur Praxis ziemlich fliessend.

Zusammenfassend kann ich schon einmal eines sagen: Die Entscheidung für die First 235 war genau richtig. Für mich ist es nach der Dufour T6 eine ganz neue Erfahrung was die Leistung und die Stabilität betrifft. Während die Dufour T6 sofort bei starkem Wind in den Wind schoß, bleibt die First 235 stabil liegen. Natürlich würde sie auch in den Wind gehen, wenn man das Ruder los lässt. Aber wenn man sanft dagegen steuert, hält sie den Kurs und legt sich auf die Backe. Die Dufour T6 war in solchen Situationen nicht mehr zu halten. Da konnte man dagegen steuern wie man wollte. Abgesehen davon hatte man bei der Dufour T6 nicht das Gefühl, auf einem stabilen Boot zu sitzen.

Der Sommer 2010 ist sehr gut angegangen. Zum Teil war es mit über 35 Grad Lufttemperatur extrem heiß. Zum Teil hatten wir kräftige Gewitter. Meistens hatte ich ganz guten Wind, wenn ich unterwegs war. Mit der Beneteau First 235 hat sich nun mein Aktionsradius deutlich vergrößert. War es mit der Dufour T6 noch die Ausnahme, dass ich bis Wallhausen segeln konnte, ist das jetzt mit der First 235 bei einigermaßen ordentlichem Wind kein Problem. Im Schnitt kann ich dann mit vier Knoten segeln. Je nach Windrichtung kommt man da schon gut vorwärts. Leider haben wir am Überlinger See fast immer Ostwind. In der Regel muss man also gegenan kreuzen, um Richtung Konstanz zu kommen. Auf dem Rückweg kann man es dadurch gemütlich angehen. Das war für mich auch der Grund, schnell nach einem Gennaker zu schauen.

Starkwind und Plaisier-Segeln

20.07.2010 Am vergangenen Wochenende wollte ich wenigstens die Nachmittage nutzen, um zu segeln. Eigentlich hatte ich noch während der Woche die Idee, am Wochenende mal zwei Tage unterwegs zu sein und auf dem Boot zu übernachten. Doch dann waren die Wetterprognosen doch noch recht unsicher. Am Freitag kam eine Kaltfront. Nach den heißen Tagen waren dadurch heftige Gewitter zu erwarten. Es hielt sich bei uns in Grenzen doch war auch noch für Samstag eine unsichere Wetterlage angekündigt. Da das Wetter dann doch besser war als erwartet, ging ich am Mittag auf den See. Es wehte eine kräftiger Wind von etwa 3 bis 4 Bft. Mit der Zeit wurde der Wind immer stärker und im Westen kündigte sich auch die nächste Gewitterfront an.

Deshalb setzte ich zuerst ein Reff. Trotzdem, dass ich noch kein Einleinen-Reff-System habe, ging dies ganz gut. Ich habe mir angewöhnt, dann auf einen Halbwindkurs zu gehen und die Großschot so lose zu geben, dass ich das Großsegel entsprechen runter nehmen kann. Derzeit fixiere ich in solchen Situationen die Pinne noch ganz einfach durch eine Reppschnur, die ich zweimal um die Pinne wickle (diese Schnur ist jetzt aber nicht mehr verfügbar ;-) ). 

Da der Wind weiter zunahm, inzwischen hatte es geschätzte fünf Bft. und in Böen sechs, nahm ich das Großsegel runter. In weiser Voraussicht hatte ich nicht die neue Genua gesetzt, die eher für Leichtwind bis drei Bft. ausgelegt ist. Der Wind wurde noch etwas stärker. Nur mit der alten Genua segelte ich mit sechs Knoten quer auf dem Überlinger See. Höhe war jetzt allerdings keine mehr zu gewinnen. Da jetzt mit einem Gewitter zu rechnen war (inzwischen wurde auch mal die Starkwindwarnung angeknippst), entschloß ich mich die Genua runter zu nehmen und kurz zu ankern. So konnte ich erst einmal die Wettersituation genau beobachten.

Im Hegau zuckten schon die ersten Blitze. Also versorgte ich die Segel, um schnell an den Liegeplatz zu kommen.

Eine weitere Erfahrung, die ich beim kurzen Ankern machte: Der Fortress-Anker hält nicht ohne Kette. Eine Kette liegt im Ankerkasten. Hier muss ich noch den Fortress-Anker umrüsten. Zum Glück hatte ich noch von Adnan einen schweren Edelstahl-Anker.

After-Work-Sailing

20.07.2010 Wie oben geschrieben hat es sich jetzt so ergeben, dass ich Montags nach der Arbeit zusammen mit Ole noch mal kurz auf den See gehe.

Gespannt war ich auf die ersten Erfahrungen mit dem Gennaker. Ich hatte es schon einmal an einem Sonntag mit einem anderen Segler versucht. Doch da war überhaupt kein Wind, so dass auch der Gennaker keinen Sinn machte.

Bei einem unserer ersten After-Work-Sailing Treffen klappte es dann. Wir hatten einen schönen, leichten Wind von achtern. Die erste Erkenntnis war die, dass der Gennaker besser auf Halbwind-Kursen zieht, als auf Raumwind-Kursen.

Eine weitere Erkenntnis war die, dass für so leichte Winde, wie wir sie bisher hatten, einen 6 mm Schot ausreichen würde. Ich hatte erst einmal eine 8 mm Schot gekauft, da diese auch auf den selbstholenden Winschen belegt werden kann.

Gestern hatten wir dann einen ziemlich schönen Wind. Den ganzen Tag pfiff es schon bei der Arbeit um das Firmengebäude und ich konnte den Feierabend nicht erwarten. Schnell holte ich auf dem Weg zum Boot noch eine Pizza. Dann ging es raus. Ole hatte sein Garmin dabei und zeichnete den Track auf. Die roten Punkte zeigen den Teil, auf welchem wir den Motor verwendeten.

Kurz nach dem Ablegen verließ uns der Wind. Richtung Konstanz war es jedoch absehbar, dass bald wieder guter Wind sein wird. Um keine Zeit zu verlieren und um die kleine Flaute zu überbrücken, warf ich deshalb kurz den Motor an. Dann ging es gut dahin. Meistens erreichten wir vier bis fünf Knoten auf einem Am-Wind-Kurs.

Den Wendewinkel kann man sicher noch nicht als Maßstab nehmen. Dazu kam der Wind aus zu unterschiedlichen Richtungen. Richtung Herbst kann man sicher stabilere Windverhältnisse erwarten, um sich dann mal ein genaues Bild zu machen.

Ich hatte mir dazu die Performance-Analyse von Beneteau ausgedruckt. Ich denke das wir den errechneten Speed erreicht haben.

Immerhin schafften wir es dann bis Höhe Wallhausen. Dort machten wir einen Querschlag Richtung Überlingen. Währenddessen bereitete ich den Gennaker vor. Hier braucht es auch noch etwas Routine um das ganze Getüdel in den Griff zum bekommen. Mit dem Gennaker schafften wir es dann bis Höhe Segelhafen Sipplingen. Dann schlief der Wind ein...