Mein-Bodensee

Das Urlaubsziel im Südwesten

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Segelsommer 2010 mit der First 235

 

Diesen Sommer starteten wir zum ersten Mal mit der Beneteau First 235 zu einem mehrtägigen Törn auf dem Bodensee. Nachfolgend die Eindrücke und Bilder.

1. Tag (Montag) Bodman - Konstanz

So, endlich geht es los. Gestern wäre schon ein schöner Segeltag gewesen. Doch war die Wetterprognose eigentlich schlechter vorhergesagt, als der Tag dann tatsächlich war. Die letzten Tage ist eine Kaltfront durchgezogen und wir befinden uns jetzt auf der Rückseite dieser Front. Mit dabei sind meine Lebensgefährtin und meine siebenjährige Tochter.

Für die nächsten Tage ist eine kontinuierliche Besserung angesagt. Also hoffen wir das Beste. Seit zwei Tagen blinkt die Starkwindwarnung und auch heute tut sie ihren Dienst.

Also segeln wir mit einem Reff im Großsegel und der kleinen Fock. Zum ersten Mal habe ich die kleine Fock angeschlagen. Sie ist wirklich niedlich aber für diese Bedingungen perfekt.

Immer wieder kommen Regenschauer über uns, bis wir total durchnässt sind. Am Hörnle bei Konstanz bläst der Wind so stark, das ich die Segel herunter hole und wir uns unter Motor mühsam gegen den Wind kämpfen.

Im Hafen ist die Platzsuche mühsam. Aufgrund des Wetters sind wohl noch einige vom Seenachtsfest geblieben und nicht abgereist. Doch schließlich finden wir einen schönen Platz und können uns endlich trocknen.

16 Seemeilen / Maximum unter Segel 6 Knoten

2. Tag (Dienstag) Konstanz - Romanshorn

Der Wind bläst immer noch sehr kräftig und vor allem auch böig. Anfangs versuche ich noch zu segeln - nur mit dem Großsegel mit einem Reff und der kleinen Fock. Doch meiner Begleitung ist es schon bald zu viel und es fehlt ein Minimalvertrauen in das Boot.

Also hole ich auf der halben Strecke die Segel herunter und es geht nur unter Motor nach Romanshorn.

Die Hafenanlage ist recht nett. Auch die sanitären Anlagen sind sehr sauber.

Wir machen einen "Stadtbummel". Leider ist die Stadt überhaupt nicht schön. Man kann ihr gar nichts schönes abgewinnen. Es gibt unzählige Lokale doch die schweizer Preise sind einfach heftig für uns.

Von den vielen Lokalen suchen wir eines heraus von dem wir meinen, das es preislich noch im Rahmen ist. Doch sind die Portionen dafür ziemlich mickrig.

Für zwei Erwachsene und ein Kinderessen plus Getränke sind wir knapp Fünfzig Euro los geworden. Schweiz - nein danke!

11 Seemeilen / Maximum unter Segel 6 Knoten

3. Tag (Mittwoch) Romanshorn - Altenrhein (Marina Rheinhof)

Das Wetter ist noch etwas durchwachsen. Würde man dem Wetterbericht der letzten drei Tage Glauben schenken, sollte es heute schon schön sein. Doch wenigstens ist es überwiegend trocken und der Wind bläst moderat.

Für heute ist auf jeden Fall ein Zwischenstop in Rorschach geplant. Am letzten Sonntag war dort die Prämierung der Sandskulpturen des diesjährigen Sandskulpturenfestivals.

Wir legen an im kleinen Hafen Rorschach-Rietli. Die Anlage ist jedoch überhaupt nicht schön. Die Clubgebäude wurden um einen alten Bunker gebaut. Die Toiletten sind der Öffentlichkeit zugänglich und liegen direkt am Fussweg - dementsprechend sehen sie aus. Nur die Dusche ist ausschließlich für die Gäste und Clubmitglieder. Die Hafenmeisterin kommt einmal täglich am Abend.

Leider sind die Sandskulpturen vom Regen der letzten Tage schon etwas gezeichnet. Trotzdem sieht es noch beeindruckend aus, wie die Künstler das diesjährige Thema umgesetzt haben.

Nach der Enttäuschung des letzten Essens in der Schweiz planen wir für heute Abend etwas zu kochen und kaufen hier noch im Coop ein.

Dann geht es weiter in Richtung Altenrhein. Da der Wind inzwischen ziemlich eingeschlafen ist, geht es unter Motor voran.

Am Abend treffen wir zufällig eine Familie aus Überlingen mit ihren beiden Kindern. Sie sind mit dem Fahrrad unterwegs und zelten auf dem Gelände der Marina Rheinhof.

Da die Möglichkeiten hier essen zu gehen recht eingeschränkt sind (das Lokal in der neuen Marina ist recht teuer) laden wir sie aufs Boot ein mit uns zu essen. Aufgrund der Erfahrung vom letzten Essen in Romanshorn, hatten wir heute in Rorschach eingekauft. Vier Erwachsene und drei Kinder haben gerade so Platz in unserem Cockpit. So wird es auch noch ein gemütlicher Abend.

12 Seemeilen / Maximum unter Segel 4 Knoten

4. Tag (Donnerstag) Altenrhein - Bregenz

Heute haben wir nur einen kurzen Schlag vor uns. Vormittag erhaschen wir uns noch ein wenig Wind, der uns Richtung Lindau trägt. Leider schläft dieser dann ein und ich muss den Motor anwerfen. Das Wetter wird zusehends besser. Vor Lindau scheint die Sonne. Unter Motor fahren wir nahe am Lindauer Hafen und am Löwen vorbei und schwenken dann in Richtung Bregenz.

Um 16.45 Uhr legen wir an und erkunden die nähere Umgebung. Der Weg in Richtung Stadt führt durch die Bregenzer Seebühne die tagsüber für die Allgemeinheit geöffnet ist. Karten wären auch noch erhältlich. Bei Tageslicht sieht die Kulisse auch recht interessant aus.

In einem Lokal am See trinken wir zunächst ein Anleger-Bier.

Auf dem Rückweg suchen wir ein Lokal zum Abendessen. Neben der Seebühne finden wir dies mit Blick von der Seite auf die Kulisse von AIDA.

Bis kurz vor Schluss lauschen wir den Klängen und sehen wie sich das Bühnenbild mit Hilfe zweier großer Kräne verändet.

11 Seemeilen / Maximum unter Segel 4 Knoten

 

5. Tag (Freitag) Landrattentag in Dornbirn

Obwohl das Wetter sehr schön ist, ist heute kein Segeltag. Um der Tochter eine Freude zu machen, besuchen wir das INATURA in Dornbirn.

Vom Sporthafen zum Bahnhof sind es nur 10 Minuten zu Fuss. Alle 30 min., und zum Teil auch dazwischen, fährt ein Zug nach Dornbirn. Nach 10 – 15 min. Fahrzeit ist die kurze Zugfahrt schon beendet.

Im Internet steht die Busverbindung vom Bahnhof zum INATURA, doch eigentlich ist für das kurze Stück der Bus nicht nötig. Auf dem Rückweg gehen wir die Strecke zu Fuss in 30 Minuten. Dank Garmin Oregon werden wir sicher navigiert.

Das INATURA ist sehr interessant und bietet Eindrücke für einen ganzen Tag. Schwerpunkt ist die Natur in Vorarlberg. Doch auch einiges aus dem Bereich Technik gibt es hier zu sehen. Das naturkundliche Museum ist in einer alten Maschinenfabrik untergebracht. Ein Thema, das in der Ausstellung auf aufgegriffen wird. U.a. wird von den Arbeitsbedingen am Anfang des 20 Jhd. berichtet.

Am Museum angeschlossen ist ein kleines Lokal in dem man von Montag bis Freitag ein günstiges Mittagsmenü bekommt. Die Gelegenheit greifen wir auf.

Neben dem Museum gibt es noch eine sehr schöne Grünanlage mit einem Seerosenteich und einen schönen Spielplatz. Nach einem langen Tag sinken wir erschöpft in die Kojen.

0 Seemeilen

6. Tag (Samstag) Bregenz (Sporthafen) - Langenargen (BMK Hafen)

Die Sonne scheint und es geht eine leichte Brise. Die leichte Genua kann angeschlagen werden. Anfangs ist der Wind noch recht schwach. Doch in der Harder Bucht sieht man schon die anderen Segler wie sie am Wind liegen.

Also wird diese angesteuert. Nach einer guten Stunde haben wir die Bucht erreicht und können die Wende machen. Jetzt trägt uns der Wind an Lindau vorbei in Richtung Friedrichshafen. Bei Nonnenhorn und bei Kressbronn müssen wir jeweils noch einmal eine Wende machen, doch dann reicht es Richtung Langenargen.

Bereits um 15:00 Uhr können wir festmachen. Unglaublich, was hier los ist. Man könnte beinahe wie Jesus über das Wasser laufen - allerdings von Boot zu Boot.

Gegen Abend laufen die Boot wie an der Perlenkette aufgereiht in den Hafen.

Im Schuppen 13 haben wir ein leckeres Abendessen. Allerdings haben wir erst um 21 Uhr einen Tisch bekommen. Der Andrang ist für das Lokal kaum zu schaffen. Hier und in der benachbarten Marina Ultra-Marin liegen etwa 2.500 Boote im Wasser - dazu kommen noch die Trockenlieger. An einem solchen schönen Wochenende, nach einer längeren Schlechtwetterperiode, ist die Hölle los.

12 Seemeilen / Maximum unter Segel 4 Knoten

7. Tag (Sonntag) Langenargen (BMK Hafen) - Unteruhldingen

Am Anfang hatten wir einen leichten Wind aus West gegen den wir aufkreuzen mussten. Heute war der Tag ziemlich heiß. Nachdem wir nur noch mit 2 Knoten auf den Wellen dümpelten und die Segel durch die vielen Motorboote vor Friedrichshafen hin- und herschlugen, holte ich sie runter und wir machten eine Badepause auf dem See.

Doch dann frischte der Wind wieder auf. Unser Ziel für heute wäre Überlingen gewesen.

Es war ein leichter Wind, der jetzt von Osten kam. Idealer Wind für den Gennaker. Also wurde der gesetzt und wir erreichten auf Halbwind etwa 5 Knoten.

Leider konnten wir nicht genug Tiefe fahren. In Richtung Konstanz wären Segel und Wind ideal gewesen. Also versuchte ich es noch einmal mit einem Schmetterling. Gennaker runter, Genua rauf. Doch für mehr als 3 Knoten reichte der Wind jetzt nicht mehr.

Da der Tag jetzt doch schon recht voran geschritten war, mussten wir uns ein neues Ziel überlegen. Unter Motor hätten wir Überlingen um etwa 19.30 Uhr erreicht. Die nächste Möglichkeit, die auch noch versprach einen gemütlichen Hafen zu bieten, war Unteruhldingen. Also setzten wir den Kurs auf Unteruhldingen.

Am Steg stand dann Ole - welche Überraschung. Er hatte mir zwar eine SMS gesendet, doch ich hatte den ganzen Tag das Handy nicht angesehen.

Unerfahren wie wir sind, hatten wir einfach in einer Box festgemacht. Von weitem sah das Schild wie grün aus. Doch beim genauen hinsehen sieht man, dass es grüne Schilder mit roten Tafeln (Belegt) sind.

Hier vergibt der Hafenmeister die Plätze. Deshalb sind alle freien Plätze auf rot gestellt. In einer Gasse konnten wir am Ende festmachen. Da wir sowieso nur eine Nacht bleiben wollen, passt das.

Nach dem langen Segeltag gehen wir erst einmal mit Ole und Petra zum Pizzaessen.

20 Seemeilen / Maximum unter Segel 5 Knoten

8. Tag (Montag) Unteruhldingen - Bodman

Wie immer kommen wir um ca. 10.00 Uhr weg. Am Morgen sah es noch so aus, als ob es heute überhaupt keinen Wind geben würde. Deswegen hatte ich zuerst die Persenning vom Großsegel überhaupt nicht abgenommen.

Doch beim Verlassen der Hafenausfahrt frischte der Wind dann auf. In Böen vielleicht 5 Bft. Wegen der verängstigten Begleitung setzte ich dann ein Reff im Groß und lies die Fock unten. Bei Überlingen ließ der Wind dann immer mehr nach und da ich so keine Lust mehr hatte, barg ich das Großsegel und fuhr den Rest unter Motor.

11 Seemeilen / Maximum unter Segel 4 Knoten

Fazit: Wir sind knapp 100 Seemeilen (180 Kilometer) gesegelt bzw. unter Motor unterwegs gewesen. Trotz des Anfangs durchwachsenen Wetters waren es schöne acht Tage.

Die Beneteau First 235 ist für drei Personen ideal. Über ein Wochenende vielleicht auch mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern. Auch bei Starkwind ist das Boot beherrschbar. Mit der kompletten Besegelung Arbeitsfock, Genua und Gennaker ist man für alle Windverhältnisse bedient.

Anhang:

9. Tag (Mittwoch) Bodman - Uhldingen

Nachdem ich das Boot wieder geputzt hatte, Wäsche gewaschen war und neue Einkäufe gemacht ging es noch einmal für ein paar Tage los. Diesmal Einhand.

Am ersten Tag segelte ich bei leichten Wind von Bodman nach Uhldingen. Obwohl jetzt ein Wochentag war (kein Wochenende) und ich früh in Uhldingen war, bekam ich wieder nur einen Platz an der Böschung. Irgendwie verstehe ich da etwas mit den Gastliegeplätzen nicht.

Etwas nervös war ich schon - so alleine beim Anlegen. Doch wenn man die Leinen gut vorbereitet hat und sich Zeit lässt, geht das ganz gut. Einziger Aufreger war der Motor: Auf einmal ging er mitten im Hafen aus. Diesmal fehlte ihm nur etwas Benzin. Ein-, zweimal pumpen und dann sprang er wieder an.

11 Seemeilen / Maximum unter Segel 5 Knoten

10. Tag (Donnerstag) Uhldingen - Immenstaad

Ich hatte mich mit einem Bekannten aus Konstanz verabredet. Bernd hat auch eine First 235 und er hatte noch nicht meine gesehen und ich noch nicht seine. Trotzdem sind wir schon einige Zeit in Kontakt.

Ich legte früh ab. Es war ein herrlicher Tag mit Sonnenschein und an die 30 Grad Lufttemperatur. Eine fantastische Fernsicht auf die Berge - aber kein Wind. So fuhr ich unter Motor Richtung Immenstaad. Ich wollte schon direkt in den Hafen fahren doch da kam auf einem der Wind auf. Also: Segel hochziehen und segeln.

Ich segelte Bernd entgegen der mit seinem Sohn von Altenrhein kam. So konnte ich Bilder von seinem Boot und er Bilder von meinem Boot machen - die Gelegenheit hat man ja nicht so oft.

Dann fuhren wir gemeinsam nach Immenstaad in den Hafen Schloss Helmsdorf.

15 Seemeilen / Maximum unter Segel 5 Knoten

11. Tag (Freitag) Immenstaad - Bodman

In der Nacht zog eine neue Kaltfront durch. Am Morgen regnete es und die Sturmwarnung blinkte. Nachdem ich um sieben Uhr aufgewacht war und das Wetter gesehen hatte, legte ich mich noch einmal hin.

Sollte das Wetter so bleiben, so war mein Gedanke hier einfach einen Tag zu bleiben.

Um 10.00 Uhr stand ich dann auf, kochte einen Kaffee und frühstückte. Der Wind hatte schon etwas nachgelassen. Am Horizont, Richtung Westen, sah man schon einen blauen Streifen. Dank Web'n Walk Stick konnte ich schnell den aktuellen Wetter- und Windbericht abrufen. Das sah nicht schlecht aus.

Kurze Absprache mit Bernd. Auch er wollte nach Hause. Also legte ich gegen Mittag ab. Ich hatte die kleine Fock angeschlagen und ein Reff in das Groß gemacht. So ging es ganz gut mit vier bis sechs Knoten voran.

Nach knapp 6 1/2 Stunden erreichte ich am Abend Bodman.

21 Seemeilen / Maximum unter Segel 6 Knoten